Historischer Jesus und die Religionsparteien
Seine Geburt wird von den meisten Historikern auf die ersten Jahre vor Beginn der Zeitrechnung datiert, sein Tod auf das Jahr 30. Die Zeugnisse über Jesus zeigen, dass er als jüdischer Wanderprediger in Palästina gewirkt hat. Er wurde dabei nicht nur von Männern, sondern auch von Frauen begleitet. Das sorgte in der streng patriarchalischen jüdischen Gesellschaft für großes Aufsehen. Er predigte den baldigen Beginn der Herrschaft Gottes auf Erden und die Errettung der Menschen durch sich selbst als Vermittler dieser Errettung. Obwohl er immer wieder gegen das jüdische Gesetz der Thora verstieß und häufig Umgang mit Randgruppen der Gesellschaft hatte, gibt es keinerlei Anzeichen dafür, dass er eine neue Religion gründen wollte. Er erließ praktisch keine neuen Gebote, sondern berief sich immer auf die alten jüdischen Gesetze. Historisch hat sich das Christentum erst im 2. Jahrhundert vom jüdischen Glauben gelöst und ist von einer der zahlreichen jüdischen Sekten des Nahen Ostens herausgetreten und zu einer eigenen Religion geworden.
Jesus Christus im Islam und Judentum einer der Propheten, im Christentum jedoch Religionsstifter und zentrale Gestalt. Jesus stammte vermutlich aus Nazareth in Galiläa. Weihnachten ist das Fest der Geburt Jesu Christi. Er wurde in einem Stall in Bethlehen geboren, wie es die Weihnachtsgeschichte und das Markus- und Lukasevangelium besagt. Sein Vater Josef war Zimmermann. Von seiner Mutter Maria, hebräisch Mirjam, und seinen Brüdern weiß man nur mit historischer Gewissheit, dass sie nach dem Tod Jesu zur frühchristlichen Gemeinde gehörten.
Der Name Jesus leitet sich von der griechischen Form des hebräischen Namens Josua oder Jehoschua (hebräisch: ,,Jahwe errettet”).
Jesus war Jude bis zu seinem Tod, und er lebte in Nazareth, einer unbedeutenden Stadt in Galiläa.
Jesus gehörte keiner der Religionsparteien an (Pharisäer, Sadduzäer, Essener, Zeloten), und anfangs hatte er eine große Zuhörerschaft, letztlich blieb aber nur mehr eine kleine Gruppe übrig.
Die Religionsparteien:
Pharisäer: Schriftgelehrte Laien, v. a. aus dem städtischen Mittelstand, mit hohem Ansehen und Einfluss im Volk; bedeutet die „Abgesonderten“. Thora Gehorsam und Anpassung an veränderte Gegebenheiten, um das ganze Leben dem Willen Gottes zu unterstellen, besondere Beachtung des Sabbats und der kultischen Reinheit
Sie hoffen an Auferstehung und Vergeltung der guten und bösen Taten nach dem Tod. Sie lehnen die römische Fremdherrschaft ab, verzichten auf Gewalt, solange die religiöse Praxis gewährleistet ist.
Sadduzäer: priesterlicher Hochadel und wohlhabende Oberschicht wegen Tempelkult, sehr kleine Gruppe und unbeliebt. Der Name geht zurück auf einen Hohenpriester namens Zadok. Ausschließliche Geltung der schriftl. Tora, konservativ. Glauben nicht an Auferstehung und jenseitige Vergeltung, glauben an persönliche Verantwortung entscheidet über irdisches Wohl.
Kompromissbereitschaft mit Römern, um eigene Vorrechte zu wahren.
Essener: ordensähnliche Gemeinschaft mit abgesonderten Siedlungen in der Wüste. Entsagungsvolle Erfüllung der Tora, besonders der rituellen Reinheitsvorschriften.
Erwartung des nahe bevorstehenden Endgerichts: Überzeugung von der eigenen Erwählung, Erwartung eines priesterlichen und königlichen Messias. Sie sind vom baldigen Ende der römischen Herrschaft überzeugt. Leben in Art Kloster, asketisch (ohne Frauen)
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