Aktuelle Maßstäbe: Demographische Hürden in der Bundesrepublik

 

Ist unsere Nation auf die aufkommenden Fragestellungen von morgen ausreichend vorbereitet? Der demographische Wandel tritt immer genauer als die zentrale Herausforderung für die Zukunft Deutschlands in Erscheinung. Geburtenrückgang auf der einen Seite und eine stetig ansteigende Lebenserwartung auf der anderen verändern die Erscheinung unserer Nation.

Das Älterwerden der Bürger zwingt auch auf dem Jobmarkt zum Überdenken. Der jahrelang eingeschlagene Weg der Frühverrentung führt nicht in die richtige Richtung. Tatsächlich ist die aktive Teilnahme der Generation 50plus am Arbeitsmarkt von nicht zu vernachlässigender Bedeutung für das Weiterbestehen unserer Wirtschaft.

Wenn immer weniger Junge zur Verfügung stehen, die vielfach hoch qualifizierten Senioren zudem immer länger gesund und leistungsfähig bleiben, sollten diese auch länger aktives Element der VW sein. Untertrichen wird die steigende Bedeutung betagter Arbeitnehmer für den Arbeitsmarkt von der Statistik: Im Jahr 2009 ist jeder fünfte Erwerbsfähige über 50 Jahre alt – in zehn Jahren wird es bereits jeder dritte sein, Tendenz ansteigend.

Schon jetzt hat die Gruppe der Best Ager viel ausgewogenere Chancen, als sie selbst vermutet: Eine aktuelle Umfrage des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat gezeigt, dass bei fast 50 Prozent aller Jobs, für die sich Menschen ab 50 bewarben, ein älterer Kandidat auch die Arbeit bekam. Vor allem mittelständische Unternehmen schätzen die Kompetenz und Erfahrenheit von Älteren. Nur: In drei Viertel der untersuchten Fälle lagen den Unternehmen nicht einmal keine Bewerbungen älterer Personen vor.

Da ist es nicht verwunderlich, dass die Bundesrepublik im Vergleich der Länder unterklassig abschneidet. Nach Erkenntnissen der OECD ist die Quote der Beschäftigung der 55 bis 64-jährigen Deutschen zwar von 37,9 % in 1996 auf 41,8% in 2004 ein wenig gestiegen – bleibt aber international ein Schlusslicht. VWs wie Schweden, Neuseeland und die Schweiz haben ihre Best Ager längst in den Arbeitsmarkt integriert. Hier liegen die Quoten zwischen 65% und 70% – und steigen prozentual weiter.

Die letzen 3 postings by antoniohirth

 

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